Angesagt
Der Diemar Jung Zapfe-Blog

Eine Agentur braucht eine Vorwärtsstrategie

Dafür stand über drei Jahrzehnte unser Gründer- und Gesellschafterkollege Frank Diemar. Auszüge aus der Rede von Frank Jung anlässlich der Verabschiedung von Frank Diemar als Geschäftsführer 2022.

Lieber Frank, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Gäste, es gibt heute einen ganz besonderen Anlass, Danke zu sagen und das mache ich in meinem, aber auch im Namen unseres Gesellschafterkollegen Michael Zapfe. Wir sind heute zwar nicht hier, weil Du von Bord gehst, jedoch willst Du Dich in Deiner Funktion im Unternehmen verändern. Du bist jetzt auf Deinen eigenen Wunsch nicht mehr Geschäftsführer. Der Übergang war – so wie manches vorher – gut von Dir geplant und Deine beiden Nachfolger Holger Beyer und Sven Wicke sind inzwischen fast zweieinhalb Jahre im Amt und machen ihren Job sehr gut.

Als Mitgründer und Mitgesellschafter, als Freunde und Weggefährten ist es auch für uns ein ganz besonderer Tag und eine Gelegenheit, Dir hier und heute danke zu sagen für all das, was Du für die Agentur und auch für uns getan hast. Unsere Leben sind ja ganz eng verbunden und wir kennen uns schon seit Ende der 80er-Jahre. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und sind zusammen beim Aufbau unseres Unternehmens durch Höhen und Tiefen gegangen.

Die Agenturgründung und die Entwicklung von Diemar Jung Zapfe ist im Rückblick insgesamt eine große Erfolgsgeschichte. Schon dass es überhaupt zur Gründung gekommen ist, war zum großen Teil Dir zu verdanken. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir beide am Wohnheimfenster zusammengestanden haben, in der 13. Etage mit Blick über die abendliche Stadt. Du hast mich gefragt: Sag mal, was hältst du denn von der Idee, dass wir uns selbständig machen?

Wir reden vom Dezember 1989. Es war damals die heiße Wendezeit und wir hatten gerade den Mauerfall erlebt. Die Fernsehübertragung vom 9. November aus Berlin hatten wir zufällig gemeinsam im Wohnheim gesehen. Es war eine Zeit, wo sich für uns schlagartig viel Neues aufgetan hat und wo man plötzlich die Möglichkeit hatte, Dinge zu tun, die man vorher nicht so hätte machen können. Du hast also gefragt und ich habe nicht lange gezögert und gesagt: Ja klar, da mache ich gerne mit. Und da hat sich schon eine Deiner großen Fähigkeiten gezeigt, nämlich wie überzeugend Du sein kannst.

Du hattest damals bereits etwas Unternehmerisches in Deinem Denken, beispielsweise größer zu denken, als man es als Mitgründer und Partner für sich selbst tut. Und das, Frank, war schon immer Deine Stärke, dass Du das Ganze immer schon weiter gesehen hast, uns mehr zugetraut hast, als wir uns selbst zugetraut hätten. Und vieles ist dann ja auch tatsächlich so gekommen. Michael Zapfe hat das mit Blick auf unsere ersten gemeinsamen Jahre einmal so formuliert: Frank war von Anfang an der Ideengeber und Antreiber. Wenn ich froh war, die erste Höhe zu überspringen, legte er die Latte schon wieder höher.

Die Namen Diemar, Jung und Zapfe stehen erstmal in rein alphabetischer Reihenfolge und es klingt auch phonetisch ganz gut. Und jetzt nach dieser langen Zeit der Zusammenarbeit wird noch etwas anderes deutlich: Dass Dein Name an erster Stelle steht, zeigt auch Deine Führungsposition im Unternehmen. Du warst ganz vorne und hast die Agentur geführt und mit Deinen Ideen immer weiter vorangetrieben. Du warst nie ganz zufrieden und das hat über all die Jahre Deiner Geschäftsführung kaum nachgelassen. Ich meine das im positiven Sinne. Dir ging es darum, die Agentur weiterzuentwickeln und Du hast Dich für diesen permanenten Fortschritt immer verantwortlich gefühlt.

Von Anfang an hast Du mit im Boot gesessen und genauso wild wie wir andern beide gerudert. Gleichzeitig warst Du aber auch der Steuermann und Kapitän. Gut war, dass wir beim Rudern das Gleiche wollten, nämlich visuelle Qualität, Präzision im Konzept und in der Ausführung. Wirksame, langlebige Lösungen für unsere Kunden waren uns wichtig.

So haben wir nach und nach unser Unternehmen entwickelt und aufgebaut und Du warst die treibende Kraft. Du hast über die erfolgsfördernde Gabe verfügt, sowohl einen Blick für die Details als auch für das große Ganze zu haben. Du hast geschaut: Wo hat jeder seine Stärken? Wie kann man die Mitwirkenden mit ihren Vorlieben und Fähigkeiten am besten einsetzen für die Sache insgesamt? Dabei war es für Dich, glaube ich, ganz wichtig, die Dinge als Geschäftsführer selbst in der Hand zu haben. Ich denke, das hast Du immer gebraucht, die ganze Truppe im Blick zu haben und zu beeinflussen, zu steuern und ein Stück weit auch kontrollieren zu können.

Du hast das kleine Boot, in dem wir anfangs zu dritt gesessen haben, im nächsten Schritt zum Schiff ausgebaut und im Laufe der 90er-Jahre wurden wir zu einer Werbeagentur. Es kam nach und nach eine tüchtige Mannschaft dazu, die mithalf, dass aus dem einen Schiff später eine kleine Flotte geworden ist. Und zwei von diesen Schiffen haben seit Jahren ihren Heimathafen in Leipzig. Hatten wir anfangs das F in unserem Gründungsnamen „Studio F“ für die Anfangsbuchstaben unserer beider Vornamen scherzhaft außerdem als „führend in Thüringen“ interpretiert, so wurde das im Laufe der 00er-Jahre für Diemar Jung Zapfe Realität. Wir entwickelten uns nicht zuletzt dank Deiner Steuerkünste, aber auch aufgrund unseres ehrgeizigen und engagierten Teams zur qualitativ stärksten Agentur in Thüringen.

Was Dir all die Jahre am Herzen gelegen hat, das waren die Tugenden des ehrbaren Kaufmanns mit solchen Werten wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Vertrauen. Im Kern ging es uns darum, im Interesse unserer Kunden zu handeln und uns selbst dabei zurückzunehmen. Das erlebten wir mit Blick auf die großen westdeutschen Agenturen dort durchaus anders. Du wolltest letzten Endes mit Diemar Jung Zapfe zeigen, dass es möglich und langfristig vielleicht sogar erfolgreicher ist, ernsthafte Agenturarbeit im Dienste des Kunden und seiner Ziele und Anliegen zu machen. Es ging um Kommunikationsarbeit, die im Ergebnis tatsächlich etwas bewirkt und die nicht dazu dient, die Eitelkeit der Macher zu befriedigen und einen Kreativpreis zu gewinnen.

Dabei warst Du im Grunde selbst ein wettbewerbsorientierter Typ. Das hast Du jedoch klugerweise in Richtung internes Benchmarking ausgelebt. Wie oft hast Du gefragt: Wie steht Dein Entwurf neben anderen? Legt doch mal was Starkes daneben. Was machen denn die Wettbewerber, vor allem die Besten der Branche? Was machen benachbarte, marketingintensive Branchen?

In den vielen Jahren unserer intensiven Zusammenarbeit habe ich Dich oft für Deine Fachkompetenz und Dein Wissen bewundert. Du hattest immer ein paar relevante Zahlen und Fakten und einen zusammenfassenden Kernsatz für unser Konzept parat. So hast Du immer wieder für unsere Agenturkonzepte – auch für unsere Kunden – wichtige Beiträge geleistet. Dazu gehörte, dass Du immer stark darin warst, Präsentationen zu strukturieren und den großen Plan zu formulieren. Wir wissen, was wir an Dir haben und wir wünschen uns, dass Du diese Fähigkeiten weiterhin in die Agentur einbringst.

Auch zum Loslassen braucht es eine gewisse Größe. Und es braucht vertrauenswürdige Nachfolger. Daher an dieser Stelle ein ausdrückliches Dankeschön und Kompliment an Holger Beyer und Sven Wicke, die die Verantwortung als neue Geschäftsführer übernommen haben. Ich denke, nur so konnte Frank sagen: Ich verlasse jetzt wie geplant die Geschäftsführung, die volle Verantwortung für das Tagesgeschäft und für die Unternehmensentwicklung liegt jetzt in den Händen von Sven und Holger. Das ist ein Zeichen des großen Vertrauens in die neue Geschäftsführung, das wir als Mitgesellschafter ebenfalls teilen.

Lieber Frank, ich möchte Dir noch einmal von ganzem Herzen für alles Danke sagen, was Du für uns und die Mitarbeiter geleistet hast. Du hast unser Leben auf diese Art und Weise mitgestaltet und bereichert. Ich zähle weiter auf Dich als Kollege, als Weggefährte und als Freund. Es ist schön, dass es Dich gibt und dass es heute die Diemar Jung Zapfe-Gruppe gibt. Und wenn ich heute zurückdenke – ich bereue keine Sekunde die Entscheidung im Gespräch am Wohnheimfenster. Auch wir haben natürlich unseren Beitrag geleistet, aber wir hätten das alles nie so aufgebaut, wie Du es gemacht hast, Frank. Und dafür noch mal vielen, vielen herzlichen Dank.

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