Katharina Tank | 09.09.2019 | Lesezeit: 2 Minuten

Einmal im Jahr sind wir DJZler „on Tour und in Klausur“. Klingt wahlweise nach spannendem Live-Act, logistischer Meisterleistung, innenpolitischer Nabelschau, mehrstündiger Prüfung oder klösterlicher Abgeschiedenheit. Und wer einmal dabei war, weiß: Jenes erste Septemberwochenende – alljährlich einer der beiden Felsen in der Brandung unserer Terminkalender (der andere ist, na klar, die Weihnachtsfeier) – ist all das zugleich. Und auch wieder nicht.

Freitagmorgen, ein Tagungsquartier irgendwo in den Weiten Sachsens oder Thüringens. Rollkoffer poltern über Kopfsteinpflaster, Trekkingstiefel treffen auf Business-Loafers, und überall herrscht diese leicht aufgedrehte Stimmung, die aufkommt, wenn die Situation ungewohnt und/oder die eigene Rolle nicht so eindeutig ist. Denn wir sind zwar alle beruflich hier, aber irgendwie fühlt es sich doch privater an als sonst – so ganz ohne das „Korsett“ aus Büro und Küche, Besprechungen und Zeiterfassung, Telefonklingeln und Papierstau im Drucker. Also: raus aus dem Alltag. Rein ins Abenteuer.

Sag mir wo der Kaffee ist

Kriegen wir den Beamer angeschlossen? Wo geht das Licht an? Kann man die Heizung mal aufdrehen? „Unser“ Raum will in Besitz genommen werden. Gepäck wird deponiert (jaja, wieder zu spät gekommen, um noch vorher einzuchecken), Stühle reserviert, Entscheidungen getroffen: Setze ich mich neben meine Lieblingskollegin? Wähle ich karrierebewusst einen Platz nahe der Geschäftsleitung? Oder zeige ich mich offen und neugierig, indem ich Kollegen auf den Pelz rücke, mit denen ich sonst nie zu tun habe? Egal, es geht los, schnell noch die Kaffeetasse unter den Stuhl gestellt und … Bühne frei für Sven, der uns das Programm der kommenden eineinhalb Tage vorstellt.

Es ist, wie immer, ambitioniert. Auch, was den zeitlichen Rahmen angeht. Denn Samstagmittag ist alles vorbei. Was bis dahin nicht an Teambuilding, Lagebesprechung, Wissensvermehrung, Zieleinschwörung („Kundenorientierung!“), Selbstdarstellung, Pointenfeuerwerk und Genussmittelkonsum passiert ist, muss lange warten – mindestens bis zur, na klar, Weihnachtsfeier.

High Noon

Alte und neue Ziele. Feedbackkultur. Aufgaben und Rollen. Digitales Marketing. Auf welche Projekte bin ich besonders stolz? Werte, Visionen, Arbeitsprinzipien. Was erwarten MitarbeiterInnen und Geschäftsleitung voneinander? Ansichten und Einblicke, Anregungen und Aufreger, Befindlich- und Notwendigkeiten treffen aufeinander, um im Plenum oder in Gruppen besprochen, bearbeitet und dokumentiert zu werden. Die vorbereiteten Pinnwände füllen sich mit Kärtchen, Stichworten, Skizzen, Diagrammen. Köpfe, Münder und Ohren laufen heiß. Die Lachmuskeln aber auch. Zwischendurch gibt’s Lockerungsübungen, Konzentrationskaffee und mehr oder weniger gesunden Kaloriennachschub. Die Gespräche sind so intensiv, dass fast keine Pause pünktlich angetreten wird – mal sehen, wie kundenorientiert die Hotelküche ist … (war sie jedes Mal).

Dass die Mahlzeiten bei solchen Veranstaltungen Pausen seien, ist ein Mythos. Denn natürlich gehen die Gespräche weiter. Mancher erledigt nebenher auch noch den einen oder anderen Job – der Kunde bleibt auch an einem solchen Tag König. Rückzugsmöglichkeiten? Bietet maximal die Toilette. So viele KollegInnen auf einmal, so viel Input – das ist Hochleistungssport fürs Hirn, mitunter auch fürs soziale Fassungsvermögen. Manchmal ist es auch einfach der Familienalltag, der den einen oder die andere zwingt, uns bereits am Ende des ersten Tages zu verlassen. Was bedeutet, dass er oder sie die allerschönsten Stunden der Agenturfahrt verpasst.

Schlafen können wir später

Denn natürlich soll der Spaß nicht zu kurz kommen, und wer weiß, welche ungeahnten Talente und Fähigkeiten in den KollegInnen schlummern? Deshalb gibt’s auf jeder Fahrt eine Teambuilding-Aktivität. Manchmal sogar mit einer waschechten Challenge. Welche der selbstgebauten Seifenkisten ist als erste im Ziel? Schaffen wir es, dass die Kugel für ihre Bahn mindestens 90 Sekunden braucht? Wer ist der treffsicherste Bogenschütze? Und was hat es mit örtlichen Sehenswürdigkeiten wie den Geraer Höhlern auf sich?

Die nötige Lockerheit für derartige Aktivitäten verdankt sich mitunter nicht dem Ausgeschlafensein, sondern dem Gegenteil. Ob Lagerfeuer, ein gut ausgestatteter Sportkeller oder einfach ein leckerer Tropfen: Irgendeinen Grund gibt es immer, spät ins Bett zu gehen. Zumal die gesichtslosen Hotelzimmer auch nicht gerade zum längeren Verweilen einladen. Der Agenturalltag kommt schnell genug zurück – Anlass genug, die ihm abgerungene Atempause möglichst gründlich auszukosten.

Blick zurück nach vorn

Samstagmittag ist dann alles vorbei. Wenn sämtliche KollegInnen  – fein säuberlich nach Wohnorten sortiert – wieder in die Autos und/oder Züge gestiegen sind, beginnt das große Ausatmen. Respektive das große Wiederkäuen: Wer hat nochmal was wann zu wem gesagt? Wie war das nochmal mit dem (wechselnder Fachbegriff). Und wie fandest du eigentlich die Zimmer und das Essen? Einigkeit besteht aber stets in einem Punkt: Toll war’s. Lehrreich, lustig, zusammenschweißend, stolz machend, anstrengend, inspirierend – und deshalb unbedingt zu wiederholen. Irgendwann dann bestimmt auch mal mit Lachyoga.

Learning Nr. 1: Das DJZ-Universum ist groß und vielgestaltig. Fachlich wie menschlich.
Learning Nr. 2: Wir können immer noch besser werden.
Learning Nr. 3: Wir sind ein Team, das aufeinander zählen kann.
Learning Nr. 4: Nach der Agenturfahrt ist vor der? Na klar, Weihnachtsfeier!


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