Frank Diemar | 20.09.2017 | Lesezeit: 5 Minuten

Warum wollte Rotary Deutschland sein Mitgliedermagazin re-designen lassen?

Diemar: Rotary hatte 2015 das Magazinformat auf 21 x 28 cm vergrößert, also auf das klassische Magazinformat. Aber die Gestaltung hatte nicht Schritt gehalten. Die Layout-Qualität entsprach einfach nicht dem hohen redaktionellen Niveau.

Zapfe: Die Herausgeber wollten eine Lösung, die dem Heft ein unverwechselbares Gesicht gibt und es auch für ältere Leser gut rezipierbar macht. Außerdem sollten sowohl Heftstruktur als auch Seitengestaltung optimiert werden.

Was macht denn das Gesicht eines Magazins aus?

Zapfe: Es geht darum, dass man als Leser eine Heimat im Heft findet, und zwar nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine visuelle. Egal, welche Doppelseite gerade aufgeschlagen auf dem Tisch liegt: ich sollte auf den ersten Blick wissen, welches Magazin das ist.

Diemar: Das Rotary Magazin ist ja keine Kaufzeitschrift, die sich am Kiosk durchsetzen muss, sondern ein typisches Coffee-Table-Magazin. Es liegt jeden Monat bei jedem Rotarier im heimischen Briefkasten. Als Mitgliedermagazin besteht es aus einem Teil mit rotarischen Informationen und einem Magazinteil im engeren Sinne, der Monat für Monat relevante gesellschaftliche Themen aufgreift.

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Weiterentwicklung eines der exklusivsten Printprodukte Deutschlands: schon der Magazin-Titel wirkt jetzt großzügiger und wertiger.

 

Wie sind Sie damit beim Re-Design umgegangen? Was war Ihr Ziel?

Zapfe: Evolution statt Revolution. Wir wollten dieses traditionsreiche Premium-Magazin mit Respekt und Liebe zum Detail weiterentwickeln. Und zwar in eine Richtung, die es den Lesern einfacher und angenehmer macht, die dargebotenen Fakten, Hintergründe, Meinungen und Impulse rasch und ohne Umwege zu erfassen.

Was haben Sie konkret verändert?

Zapfe: Wir haben zum einen durch ein neues Raster mehr Ruhe in das Layout gebracht. Mit der Entscheidung für die Schriftfamilie Milo und ihrem typographisch adäquaten Einsatz haben wir die Lesbarkeit des Magazins deutlich verbessert. Der Redaktion war es zudem wichtig, dass wir mehr Raum für Inhalte schaffen, sprich: wir haben jetzt eine höhere Zeichenzahl pro Doppelseite. Nicht zuletzt haben wir Wert auf eine höhere Bildqualität und einen einheitlicheren Foto-Look gelegt.

Diemar: Man muss, glaube ich, noch wissen, dass wir ein Magazin gestaltet haben, das den Anspruch einlöst, Rotary als werteorientierte Gemeinschaft und als engagierte gesellschaftliche Kraft darzustellen. Das neue Erscheinungsbild bringt die Stärken des Magazins, nämlich relevante und gut aufbereitete Themen mit Texten aus der Feder von bekannten und einflussreichen Autoren, noch besser zur Geltung.

Zapfe: Wichtig war uns auch, weg von der bis dahin vorherrschenden coolen, web-artigen Optik zu gehen, weg auch von oft unglücklich und übertrieben eingesetzten Weißräumen hin zu mehr Wärme. Premium muss nicht kühl sein. Rotary ist schließlich eine Serviceorganisation und hilft Menschen auf der ganzen Welt.

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Vorher: viel Unruhe, keine klare Linie – um die Heftautoren vorzustellen, werden in einem einzigen Heft acht verschiedene Bildstile verwendet.

 

Wie hat denn die Leserschaft reagiert? Erst das veränderte Format, nun auch noch ein neues Layout – gab es da Proteste?

Diemar: Im Gegenteil, es gab viel Zustimmung, das hat eine kürzlich durchgeführte Leserbefragung erneut bestätigt. Natürlich stehen bei solchen Feedbacks immer Hinweise zu den redaktionellen Themen im Vordergrund. Alles in allem hat sich aber gezeigt: die deutschen und österreichischen Rotarierinnen und Rotarier und ihre Partnerinnen und Partner – die sollte man nicht vergessen – goutieren ein stilvoll und ansprechend, dabei aber funktional gestaltetes Magazin. Sie wollen keinen kurzweiligen Genuss, weder optisch noch inhaltlich, sondern sich stattdessen in Ruhe in Substantielles vertiefen. Gerade die publizistisch erfahrenen Rotarier haben die deutlich veränderte und inzwischen viel prägnantere Zeitschriftenmarke gewürdigt.

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Das Rotary Magazin nach dem Relaunch: Leser seriös informieren, nicht bespaßen.

 

Was sind die größten Fehler, die man bei der Magazingestaltung machen kann?

Diemar: Viel zu viel Unruhe, hervorgerufen durch Selbstverwirklichung von Gestaltern oder Redakteuren. Typografie und Layout sollen aber dem Leser dienen…

Zapfe: …und damit das gelingt, brauchen wir – gerade für eine erfahrene Leserschaft wie die des Rotary Magazins – eine klare, unaufgeregte und gleichzeitig wiedererkennbare Gestaltung, die durchweg Stil und Niveau hat. Layout und Typografie haben zuallererst ein praktisches Ziel: sie sollen dem Leser die optimale Wahrnehmung des Textes ermöglichen. Und wenn sie das auf ästhetisch ansprechende Weise tun, umso besser. Eine gute typografische Gestaltung stellt sich jedoch niemals – aus welcher Absicht auch immer – zwischen Text und Leser.

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Der neue Titelschriftzug ist eigenständiger und prägnanter. Die Wortmarke wirkt gleichzeitig robust und wertig.

 

Und was macht für Sie gutes Magazin-Design aus?

Zapfe: Das Gesamtbild jeder Doppelseite muss stimmen – und es muss über das ganze Heft hinweg im Detail der einzelnen Gestaltungselemente stimmig sein. Gutes Magazin-Design verzichtet auf funktionslose Gestaltungselemente und unmotivierte Spielereien. Die optischen Verhältnisse sind ausbalanciert. Die Bildpräsentation orientiert sich an der Botschaft des Textes, unterstreicht und verstärkt dessen Gehalt. So kann der Leser die Inhalte ohne Umwege erfassen.

Ihr Fazit zum Projekt „Rotary Magazin“?

Diemar: Ein großartiges, spannendes und gelungenes Projekt. Wir sind sehr stolz auf das Ergebnis und freuen uns, dass wir das Magazin Monat für Monat weiter betreuen werden.

 

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